von Angelika Fuchs | 6 Apr. 2024 | Allgemein
Der Morgen danach
Täglich streife ich mit meinem Hund am Rhein entlang und durch Kölns grüne Oasen, und ein Problem wird immer sichtbarer: Nach dem Feiern bleibt der Müll. In den ersten Jahren war ich fassungslos und habe mich aufgeregt.
Andere Wertesysteme
Mittlerweile ist aber ein Gefühl noch viel stärker: die Neugier. Ich frage mich, was läuft bei denen, die Grillgut und Alkoholika zwar hin- nicht aber wieder zurücktragen können, im Gehirn bzw. im Wertesystem anders ist als in meinem? Was denken sich die, die ihren Müll zwar mit zum Mülleimer nehmen, die ihn aber auch dort ablegen, wenn alles voll ist? Denken sie nicht zwei Schritte weiter, dass der Wind oder die Raben bald alles irgendwohin verstreuen werden und es dann doch in den Rhein weht? (mehr …)
von Angelika Fuchs | 20 Okt. 2023 | Allgemein
Faszination Atemtechnik
Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie zuverlässig einfache Atemtechniken Blockaden im Coaching lösen. Du hilfst damit deinem Coachee über die schwierigen Klippen im Coaching, wenn er an Themen arbeitet, bei denen er wenig Kraft und Zuversicht spürt.
von Angelika Fuchs | 11 Juli 2023 | Allgemein
…verpassen wir oft die Chance für Verbindung.
Mit starken Gefühlen von Kindern umzugehen, fällt uns oft nicht leicht. Selbst denen, die professionell mit Kindern arbeiten. Situationen, in denen es keine wirkliche Verständigung gibt, eskalieren, und es gibt großes Geschrei, Wutausbrüche oder auch bittere, stille Tränen. Diese Situationen sind geprägt von Bedürfnissen auf beiden Seiten, nur dass wir uns unserer Bedürfnisse oft nicht bewusst sind und die Bedürfnisse der Kinder nicht sehen oder auch falsch bewerten. Ganz unbewusst bewerten wir unsere eigenen Bedürfnisse höher als die der Kinder und werten dadurch nicht nur das Verhalten der Kinder ab, sondern auch ihre Person. Den Kindern wird buchstäblich etwas übergestülpt, ohne sie in die Überlegungen miteinzubeziehen. (mehr …)
von Angelika Fuchs | 14 Jan. 2022 | Allgemein
Viele Lehrkräfte in unseren Seminaren erzählen gerade von ihrer schwierigen Situation in den Schulen. Eine Gymnasiallehrerin aus dem Ruhrgebiet fasst es so zusammen: „ Alles soll in meiner Klasse so laufen, wie vor der Pandemie. Alle Klausuren sollen genau wie immer geschrieben oder sogar nachgeholt werden, die Noten wie immer verteilt und der „ganz normale“ Rhythmus eingehalten werden. Doch die Schüler:innen bräuchten eigentlich gerade erstmal Mittel und Wege, um die Belastungen aus den vergangenen Monaten abzubauen.“ Sie glaubt, dass aktuell keine Lehrkraft an ihrer Schule es richtig findet, so weiterzumachen wie bisher.
„Die Ressourcen sind aufgebraucht. Eine aktuelle Studie des Hamburger Uniklinikums UKE zeigt, dass 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter Symptomen von psychischen Erkrankungen leiden, die man behandeln müsste.“, sagt der Psychologe Julian Schmitz, Professor für Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Leipzig. (zum Artikel) Auch laut der Daten der Uniklinik Essen, die deutschlandweit 27 Kinderintensivstationen befragte, sei die Suizidalität um 400 Prozent angestiegen. Das ist wirklich dramatisch.
Aber was hilft Kindern und Jugendlichen? Und was sollten wir als Erwachsene im Kontakt mit ihnen jetzt tun? Die naheliegendste Möglichkeit beschreibt Julian Schmitz: „Gespräche anbieten, nachfragen, ein offenes Ohr haben, das ist wichtig. Und auch auf Veränderungen eingehen.“
Das klingt einfach, scheint aber für viele Erwachsene nicht so einfach zu sein. In unseren Seminaren bekommen wir immer wieder die Rückmeldung, vor allem auch von Lehrer:innen, dass sie sich nicht kompetent genug fühlen, solche Gespräche mit Kindern und Jugendlichen zu führen. Wie fange ich so ein Gespräch an, ohne dass das Kind sich verschließt? Welche Fragen kann ich stellen? Wie bleibe ich offen im Gespräch, ohne zu schnell zu bewerten?
Diese Vorgehensweise ist erlernbar und das wahrscheinlich wirksamste „Mittel“. Es kostet natürlich Mühe, Zeit und manchmal auch Mut. Doch es lohnt sich!
Ein gutes Gespräch hilft auf verschiedenen Ebenen: Wenn ein Kind nachspüren und aussprechen kann, wie es ganz individuell den derzeitigen Stress in sich wahrnimmt, dann hat es die Möglichkeit, sich selbst ein Stück besser zu verstehen. Es kann durch Nachfragen und Zuhören besser erkennen, wodurch genau der Stress ausgelöst wird. Sind es das ständige Tragen der Maske oder eher das mulmige Gefühl der Ohnmacht, nichts Besseres tun zu können – oder doch etwas ganz anderes. Wenn die Innenschau klarer wird, dann kann ein Kind auch selbst besser einschätzen, was es gerade braucht und wie es wieder mehr in die Balance kommen könnte. Kinder melden uns zurück, dass es genau dann ein gutes Gespräch ist, wenn sie sich danach mehr im inneren Gleichgewicht fühlen. Und sie können das meist viel besser beschreiben, als Erwachsene glauben. Oft glauben wir zu wissen, wie es dem Kind geht und geben vorschnelle Ratschläge. Dadurch werden aber die Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung der Kinder gestört. Nur wenn ein Kind selbst weiß, was ihm gerade hilft, Spannungen abzubauen, dann entwickelt es auch die Zuversicht, schwierige Situationen meistern zu können. Dadurch entsteht Widerstandkraft bzw. Resilienz. Darüber hinaus hilft dieser einfühlsame Gesprächskontakt den Kindern, selbst Empathie zu entwickeln und die Verhaltensweisen der Erwachsenen, Freunde und Mitschüler:innen wieder besser einzuordnen.
Verständnisvolle Innensicht, innere Balance, Widerstandskraft und Empathie – all das kannst du also mit einem guten Gespräch bei Kindern und Jugendlichen um dich herum fördern. Und so ein Gespräch zu führen, ist nach meiner Erfahrung für dich selbst ein wunderbares Erlebnis. Also, nicht einfach zurück zur Normalität, sondern Anlässe schaffen, bei denen Gespräche miteinander möglich sind.
von Angelika Fuchs | 10 Okt. 2020 | Allgemein
Unsicherheit bestimmt oft den Alltag
Unglaublich viele Kinder und Jugendliche haben schon früh ein sehr rasantes Kopfkino. Sie fragen sich, ob die anderen aus der Klasse sie z.B. hübsch, interessant und schlagfertig genug finden. Ganz oben steht natürlich die Frage, ob sie einen mögen. Ein komischer Blick, ein kurzer Moment reichen oft aus, um das Kopfkino in Gang zu bringen. Der Nachmittag ist gelaufen. Wenn es schlecht läuft, die ganze Woche. Manchmal das ganze Leben. Alles nur wegen Kopfkino.
von Angelika Fuchs | 2 Okt. 2020 | Allgemein
Wieder werfen Arbeitsblätter Fragen auf
Schon vor vier Wochen habe ich einen Blogartikel über ein Arbeitsblatt in Zeiten von Corona verfasst. Dieses Blatt war für ein 1. Schuljahr, und es ging darum, das soziale Miteinander zu „regeln“. Nun stolpere ich über zwei weitere Blätter, die ich mir mal genauer angeschaut habe. Es ist nicht zu erkennen, ob sie aus der Zeit des Shutdowns oder aktuell sind, wahrscheinlich aber von April/Mai. (mehr …)