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Irgendwie geht es jetzt wieder los mit der Schule. Abläufe, Hygienekonzepte und Unterrichtsinhalte wurden geplant. Das soll neben dem Infektionsschutz ein Gefühl der Sicherheit geben. Doch wie „sicher“ fühlen sich eigentlich die Kinder und was brauchen sie, um gut in der Schule in diesen besonderen Zeiten ankommen zu können? Und zwar nicht von außen betrachtet, sondern vor allem innerlich, ihre Gefühle betreffend.

Du bist vielleicht als Mama oder Papa oder als Lehrer*in herausgefordert, das Ankommen der Kinder trotz der Sicherheitsmaßnahmen gut zu unterstützen und zu begleiten. Helfen kann dir dabei, diesen ungewöhnlichen Schulstart aus dem Blickwinkel der Kinder zu betrachten und im Kontakt mit dem Kind zu thematisieren. Die Kinder werden die bisherige Corona-Zeit wahrscheinlich sehr unterschiedlich wahrgenommen haben, so wie wir Erwachsenen auch.

Es erstaunt uns immer wieder, wie klar Kinder die Gefühlswelt und Stimmungsschwankungen wahrnehmen und beschreiben können – WENN man sie fragt. Denn das, was eigentlich so offensichtlich ist, wird oft gerade von uns Erwachsenen nicht aus- bzw. angesprochen. Und genau darauf kommt es an, auch im Kontakt mit Kindern.

Wer sich in den letzten Monaten die Zeit genommen hat, mit seinen Kindern bzw. Schüler*innen zu sprechen, wie man selbst die Corona-Situation erlebt hat und immer noch wahrnimmt, der hat wahrscheinlich etwas Überraschendes erlebt: Wenn man sich über seine Unsicherheiten austauscht, werden Kinder, und oft man selbst auch, viel ruhiger. Denn paradoxerweise schafft es ein Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit, wenn wir über unsere Unsicherheiten sprechen und erfahren, warum der andere gestresst oder unfreundlich wirkt. Kinder neigen dazu, das Verhalten anderer zu sehr auf sich zu beziehen. Wirkt der andere barsch und abweisend, dann kommt in Kindern schnell das Gefühl auf, dass sie die Ursache dafür sind. Sie fühlen sich dann schnell abgelehnt und ungeliebt. Wie die Kinder damit umgehen, kann total unterschiedlich sein: Manche ziehen sich zurück, manche werden aufgedreht und laut, manche werden krank und hilfsbedürftig und manche fallen durch Stören auf. Das passiert ganz unbewusst und deshalb hilft es, das zu besprechen und dabei klare, verbindende Botschaften zu senden.

Um mit Kindern Gefühlswelten zu thematisieren, braucht es Raum und Zeit. Das gilt für die Schulklasse genauso, wie für das Gespräch am Küchentisch. Es gibt unterschiedliche und sehr kreative Möglichkeiten, Kinder in ihre Gefühlswelten eintauchen zu lassen. Ein befreundeter Lehrer zum Beispiel besprach das mit seiner Klasse, als es hier in NRW kurz vor den Sommerferien noch zwei Wochen Unterricht gab und war ganz berührt davon, was passierte. Er hatte seine Klasse gefragt: „Wenn Corona ein Mensch wäre, was würdet ihr diesem Menschen sagen wollen?“ Die Reaktionen waren erstmal verhalten, bis ein Schüler fragte: „Dürfen wir wirklich alles sagen?“. „Ja klar“, war die Antwort, und plötzlich waren alle in einen Schreibfluss vertieft. Manche zeichneten auch, und von „Du Arsc…!“ bis hin zu „Danke, für die viele Zeit mit meinen Freunden und Familie!“ war alles dabei. Danach war die Stimmung in der Klasse eine andere, eine leichtere und verbundenere.

Genauso kannst du deinem Kind oder deinen Schüler*innen die Frage stellen: „Wenn der Schulanfang ein Mensch wäre, was würdest du ihm sagen? Was würdest du vielleicht für die kommende Zeit von ihm wollen?“

Entscheidend für die Verbundenheit mit Kindern ist, von sich zu erzählen und auch das zu erwähnen, was man vermisst hat, was einem gerade wichtig im Miteinander ist oder worauf man sich mit den Kindern oder auch Schüler*innen freut.

Für meine Tochter war es beispielsweise ganz wichtig mit ihrer Lehrerin über das zu sprechen, was sie in der Coronazeit gemacht hat, und das waren nicht die Aufgaben, die sie von der Lehrerin bekommen hatte. Sie wollte erfahren, dass ihre Lehrerin sich wirklich für sie interessierte. Sie hatten sehr wenig bis gar keinen Kontakt miteinander, so dass in meiner Tochter das Gefühl entstand, dass ihre Lehrerin sie nicht mehr mögen würde. Über das Gespräch, auch was die Lehrerin in der Zeit bewegt hat, und was ihr den Kontakt so schwer gemacht hat, konnte sie wieder gut in der Schule ankommen und freut sich sogar auf den Neubeginn morgen.

In diesem Sinne wünschen wir allen ein schönes Ankommen in der Schule!

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