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Jennifer*, von der ich hier erzähle, glaubte in der ersten Stunde nicht, dass sie ihr Ziel erreichen konnte. Ich beschreibe, wie sie es dennoch geschafft hat.

Jennifer erzählt mit hängendem Kopf, dass sie vorhat, im zweiten Anlauf ihre mündliche Abschlussprüfung zur Übersetzerin zu bestehen. In der letzten Prüfung hatte sie die „wahre Hölle“ erlebt. Nach 5 Minuten hatte sie kein Wort mehr herausgebracht und angefangen zu weinen. Wenn sie es dieses Mal nicht schafft, will sie aufgeben.  Seit der Grundschule ist sie wegen verschiedener Probleme immer wieder in Therapie gewesen. An dieser Prüfung hängt eine Menge für sie: Auszug aus dem Elternhaus, ihr Wunschberuf, ein Stück Freiheit, das sie leben möchte.

Ich frage Jennifer nach Situationen, in denen sie ihren Fähigkeiten vertraut hat. Oft kann man im Coaching daraus Kraft für bevorstehende Herausforderungen schöpfen. Sie denkt nach, findet aber nichts. Das ist sehr selten. Also erarbeiten wir im ersten Schritt positive Erlebnisse. Im Schutzraum des Coachings übersetzt sie immer längere Texte und hält kleine Vorträge. Dabei macht sie die Erfahrung, dass sie jederzeit übersetzen kann, unabhängig davon, wie ihre Tagesform ist. Ich wechsle für sie dabei zwischen zwei Rollen. Entweder bin ich der Prüfer, der ihre Kenntnisse abfragt, oder ich bin der Coach, der sie aufbaut und mit dem sie sich besprechen kann. So kann sie immer selbst bestimmen, wie stark sie sich fordern will.

Zunächst bricht sie nach zwei Sätzen ab. Tränen kommen. Massive Selbstvorwürfe. Immer wieder hat sie am Anfang mit Kopfschmerzen und schlagartiger Müdigkeit zu kämpfen. Ich zeigte ihr verschiedene Methoden, um sich zu entspannen und sich zu konzentrieren. Langsam wird es für sie einfacher.

Im nächsten Schritt lernt sie die schwierigen Gefühle in sich zu benennen. Sie findet sich schrecklich und unfähig. Im Gespräch mit mir beginnt sie zu verstehen, dass dies innere Glaubenssätze sind, die man verändern kann. So kann sie sich mehr und mehr mit ihren Schwierigkeiten akzeptieren.

Die Prüfung rückt näher. Jennifer kann im Coaching gut übersetzen, zuhause übt sie aber nicht dafür. Sie vermeidet die Anstrengung, weil sie Angst hat, dass sie in schwierige Gefühle abrutscht und damit nicht alleine umgehen kann. Doch inzwischen ist sie stabiler: Als ich sie darauf anspreche, dass sie zuhause konsequenter üben muss, nimmt sie das souverän und beginnt sich selbst auf die Prüfung vorzubereiten.

Dann kommt die Prüfung. Sie fasst es so zusammen: „Es gab vier Aufgaben. Die ersten zwei liefen gut. Die dritte hat mich überrascht und ich fing wieder an zu weinen. Höllisch! Aber ich konnte mich fangen. Dann ging es wieder und die vierte Aufgabe lief plötzlich gut. Damit hatte ich bestanden und ich war unglaublich stolz.“

*Zum Schutz der Person, ist der Name verändert.

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