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Die Kids haben den Dreh raus… Fidget Spinners, so weit das Auge reicht. Rot, grün, blau, Plastik oder Metall, mit oder ohne Beleuchtung, nur Musik fehlt noch. Vor allen Dingen eins sind die kleinen Drehteile: sehr umstritten. Die Kinder und Jugendlichen lieben sie, und die Lehrer sind genervt.

Was ist nun dran am Fidget Spinner? Erfunden hat ihn Catherine Hettinger Anfang der 90-er Jahre. Sie litt unter einer neurologischen Erkrankung, die u.a. zu einer schweren Muskelschwäche führt. Hettinger hatte eine kleine Tochter und bastelte den ersten „Zappelphilipp-Kreisel“ aus Pappe. Jahre später verlor sie ihr Patent und die Fidget Spinners wurden zur Therapie vor allem bei ADHS eingesetzt. Sie sollen entspannen und gut geeignet sein, um zur Ruhe zu kommen und sich besser zu konzentrieren. Wissenschaftliche Studien gibt es dazu nicht, aber in der Praxis haben sich die Kreisel bewährt. Der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther erklärt es darüber, dass über die Konzentration auf den Fidget Spinner Ordnung ins Gehirn kommt, die anschließend Fokussierung auf die Aufgaben ermöglicht. Außerdem werden zwei Grundbedürfnisse erfüllt: Zum einen werden die Kids bei den Kunststücken, die sie mit dem Kreisel machen, immer besser. Darüber wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Zum anderen ist es wie bei allen Hypes: Wenn alle in der Peergroup einen Fidget Spinner haben, bringt uns der Wunsch nach Zugehörigkeit dazu, diesen Trend mitzumachen.

Lehrer beklagen aber genau, dass es nicht zur Konzentrations- sondern zur Ablenkungsquelle wird und verbieten die Kreisel rigoros. Aber es gibt auch andere Beispiele. Eine Lehrerin erzählte mir letztens, dass ihre Klasse besprochen und entschieden hat, dass ein Mitschüler, der ADHS hat, den Spinner nutzen darf. Die Erfahrung zeigt, dass er dadurch ruhiger wird und die Klasse dadurch konzentrierter arbeiten kann. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie ich es Lehrern empfehlen würde. Lasst die Kinder entscheiden, welche Regeln es für den Unterricht geben kann, so dass es denen, die ihn nutzen und gut brauchen können die Freiheit gibt und allen anderen die nötige Ruhe, die sie sich in der Klasse wünschen. Vertrauen Sie darauf, dass Kinder wunderbar selbst erkennen, was geht und was nicht geht, selbst Regeln erstellen. Helfen Sie Ihnen lieber, nach einer Zeit zu reflektieren, wie es klappt und ob evtl. nachgebessert werden muss anstatt über ihren Kopf hinweg die Fidget Spinners einfach zu verbieten. Respektvoll auf Augenhöhe sein und vielleicht haben Sie dann ganz schnell den Dreh raus. 🙂